Besserwisser: Basics – Die Aufnahme im Studio (Teil 1)

Ihr habt Songs geschrieben, monatelang geprobt und Freio’s Bewesserwisser-Artikel über die Studiovorbereitung in- und auswendig gelernt. Jetzt seid ihr auf dem Weg ins Studio und fragt euch: Was passiert dort eigentlich, abgesehen von Pizzabestellungen und dem Genuss von literweise Kaffee und anderen Zaubertränken?

Das erfahrt ihr in diesem Artikel, der sich an Recording-Einsteiger richtet. Um die oben gestellte Frage zu beantworten: Eure Songs werden aufgenommen. Welch Überraschung!

Aber wie funktioniert das?

Früher war die Antwort ganz einfach: Ihr baut euer Equipment auf, der Tontechniker stellt ein oder zwei Mikrofone auf, startet die Aufnahme und ihr spielt den Song live ein.

Das funktioniert heute natürlich immer noch! Aber nach einiger Zeit setzte sich dank Fortschritten in der Aufnahmetechnik die Mehrspuraufnahme durch. Auch mit mehr Spuren lassen sich natürlich Liveaufnahmen durchführen, nur dass der Techniker mehr Mikrofone aufbauen kann. Üblicher ist heute aber meistens das …

Overdub-Aufnahmeverfahren

Drums and Phones

Ready to rock!

Dabei werden die Instrumente nacheinander aufgenommen. Als Grundlage dient hier in der Regel eine „Schmutzspur“ (Pilotspur/Guidetrack), ironischerweise eine möglichst sauber eingespielte Liveaufnahme (in der Regel auf Klick/Metronom) oder eine MIDI-Aufnahme des Songs oder sogar eine reine Klick-/Metronomspur. Alternativ begleitet ein Instrument den Drummer bei der Aufnahme in Echtzeit.

Im Aufnahmeraum wird dann das erste aufzunehmende Instrument aufgebaut (oft ist es ein Schlagzeug), vom Techniker mikrofoniert, der Sound gecheckt, alle Mikrofone nochmal ein wenig verschoben, der Sound gecheckt, Kaffee getrunken, der Sound nochmal gecheckt und dann – wenn alle soweit zufrieden sind – kann es losgehen.

Der Musiker begibt sich an seinen Arbeitsplatz, bekommt einen Kopfhörer, auf dem er den Klick/die Schmutzspur hört und spielt dann dazu sein Instrument ein. Der Techniker schaut (und hört) derweil, dass alles läuft und die Technik der perfekten Aufnahme nicht im Weg steht.

Der Vorteil der Overdubaufnahme

Live

Bei einer Liveaufnahme muss alles sitzen!

Im Gegensatz zur Liveaufnahme können sich Musiker und Techniker voll auf ein Instrument konzentrieren. Der Song kann auch problemlos Stück für Stück aufgenommen werden und Fehler oder problematische Stellen können gezielt angegangen werden.

Bei einer Liveaufnahme lässt sich ein Fehler in der Regel nicht ausbügeln. Es muss so lange aufgenommen werden, bis der perfekte Take abgeliefert wurde.

Was man noch für eine gute Aufnahme braucht – abgesehen von motivierten Musikern und Instrumenten in guter Stimmung -, erfahrt ihr nächste Woche in Teil 2.

Euer Thomas

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